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„FARB – & SPIELRÄUME“

Sabine Curio / Malerei / Stolpe / Usedom
Judith Runge / Keramikobjekte / Halle / a.d. Saale
vom 28. März bis 24. Juni 2017

Die bekannte Malerin Sabine Curio lebt und arbeitet seit 1977 in ihrem Haffhaus in Stolpe auf Usedom.
Nach ihrem Studium der Malerei 1969-1974 an der Berliner Kunsthochschule Berlin-Weißensee, den ersten Malstudien bei Otto Niemeyer-Holstein 1970/71 wurde sie Meisterschülerin von 1977-1980 an der Akademie der Künste in Berlin bei Wieland Förster.

In dieser so wichtigen Zeit hat sich Sabine Curio, die in Ahlbeck auf Usedom geboren wurde, sehr bewusst diesen abgelegenen Ort in Stolpe gesucht, wo die Natur sie umgibt mit Unwegsamkeiten aber vor allem mit all den Schönheiten der Jahreszeiten dem Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Immer wieder neu ist für sie der Prozess des Entdeckens, die Spannung für die Entstehung der Bildidee, um dann die Energie und Kraft zu finden, ein neues Bild zu malen. Schon früh hat sie mit Zeichenstift und Farbe gelernt, Gespür, Demut und viel Geduld für die Betrachtung und die eigene künstlerische Wiedergabe der Natur zu entwickeln. Das Malen von alltäglichen Dingen direkt vor der Landschaft, Akt und Stilleben sind ihr immer wiederkehrendes Thema.
Wahrhaftigkeit ist ein wichtiger Wert auch in der Malerei, besonders in unserer heutigen mancherorts dekadenten und oft verlogenen Welt, den Sabine Curio mit ihrer sensiblen Bildsprache an den Betrachter weitergibt.

Neben der Ölmalerei haben wir im kleineren Format ganz feine und besondere Farbholzschnitte für diese Ausstellung ausgewählt. Manche sind sehr zart in der Linienführung mit hellen pastellen Farbflächen, mache aber auch kräftig im Duktus und farbintensiver. Auch wieder sind es Stilleben, kleine Ausschnitte im und vor dem Haus, Figuren am Strand oder kleinen Landschaften. In jedem der Bilder spüre ich ein erzählendes Moment der Erinnerung. Sabine Curio druckt die Holzschnitte mit 2-3 Druckplatten. Sie entstehen meist in der Winterzeit, wo es wegen Sturm und Kälte und kürzerem Tageslicht nicht immer möglich ist, draußen malen zu können.

Nach vier sehr schönen Katalogen ihrer Ölbilder, zwei Reiseaquarellbüchern und einem großen Aquarellbuch 2012, hat Sabine Curio nun 2015 einen Katalog ihrer Holzschnitte im Verlag „Rucksaldruck GmbH & Co.KG“ zusammengestellt. Der Druck ist so gut gelungen, dass jeder schon beim Anblick im Katalog die Feinheiten des Holzdrucks auf dünnem Japanpapier erspürt. Sehr schöne auf die Neujahres-Holzschnitte bezogenen kurze Texte und Briefe von Künstler*freundinnen sind darin zu lesen u. a. von der Bildhauerin Sonja Eschefeld. Auch deswegen lohnt es sich schon, diesen Katalog zu besitzen.

In ihren Ölbildern zeigt uns Sabine Curio ihre Sichtweise der Natur in Farben und Formen. Sie hat sich die Freiheit bewahrt, keinem Zeitgeist der Malerei zu folgen. Mit der ihr eigenen besonderen Ölmaltechnik erreicht Sabine Curio auf der Malfläche spannende Kontraste und Tiefe durch gezielten Einsatz von Komplementärkontrast der Farben. Die Dynamik auf der Fläche wird dadurch gesteigert und gleichzeitig entsteht eine Balance für Harmonie. Sie möchte die Schönheit der Natur malen und bewahrt damit für die nachkommenden Generationen, wie ich finde mit das Wichtigste was unser Leben ausmacht!

2004 war Judith Runge mit einer Ausstellung zum ersten mal bei uns zu Gast. Seitdem sind ihre keramischen Arbeiten, die wunderbaren floralen und figurativen Malereien speziell an Gefäßen zur Freude vieler Besucher unserer Galerie immer wieder neu zu entdecken und ein begehrtes Kaufobjekt. Sie werden teilweise gedreht, mit Engobe begossen, mehrfach bemalt, geritzt, modelliert und mit der ihr typischen Punkt-Mal- und Glasurtupfweise innen und außen zu einer vielschichtigen Lebendigkeit.

Das ist aber nur eine Seite ihres keramischen Schaffens.

Nach der vierjährigen Ausbildung als Porzellanmalerin in Meißen (1985 -1989) gab das anschließende Studium der Plastischen Keramik an der Burg Giebichenstein (Diplom 1997) und ein Auslandsstipendium in Island Judith Runge neue Impulse zur Ideenfindung und praktischer Herstellung von keramischen Objekten. Ganz feinsinnig, humorvoll und in sehr ausgeprägter ästhetischer Form versteckt sie in diesen Stücken dann doch sehr ernsthafte politische Daseinsfragen. In dieser Ausstellung zeigt sie Arbeiten der Objektserien "Spielzeug", "Tools", "Kreaturen" und "Seestücke". In technisch- und künstlerisch sehr aufwendiger Arbeitsweise entstehen diese Objekte.

Judith hinterfragt viele Dinge des täglichen Lebens, es reizt sie die Auseinandersetzung beim Gestalten und es nagt auch immer der Zweifel. Sie spielt mit den Themen der heutigen Zeit in mehrdeutigen Richtungen. Die Kreaturen hier oben z. B. an der Wand wirken wie Naturnester aber sie haben auch etwas Unheimliches oder Verborgenes. Was steckt dahinter? Mehrdeutig auch die "Tools" - Werkzeug real oder am Computer eben - aber warum diese als Plastik gestalten? Es gibt so viele Möglichkeiten und Richtungen mit dem Material Ton um zu gehen. Es ist eben das Spannende in einem Keramiker-Leben, das Richtige für sich heraus zu finden! Ich bewundere an Judith Runges Arbeiten ihre Liebe zur Form und zu den kleinen plastischen und malerischen Details, die mit meditativer Akkuratesse an ihren Objekten zu finden sind.

Neben ihrer keramischen Arbeit, der straffen Organisation des Familienlebens mit zwei munteren Jungs (den Vater dazu nicht zu vergessen), engagiert sich Judith Runge seit der Gründung 2007 im "Forum für zeitgenössische Keramik e.V." in Halle. Sie war damals Mitbegründerin. Spannend sind für sie je nach Möglichkeit und Angebot Projekte und Arbeiten im öffentlichen Raum. Stipendien, Preise und Ankäufe sind der Lohn.

Wie bei jeder unserer Ausstellungen sind alle Arbeiten verkäuflich. Preisnachfragen richten Sie bitte an die Galerie Klosterformat

Christiane Lamberz / Dipl. Design / Keramik / Ausstellungsorganisation