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„SOMMER -TRIO XII“

Pauline Ullrich / Plastik / Grafik / Wils / Salzatal
Rosemarie Ullrich / Schmuck
Klaus Ullrich / Malerei
vom 23. Juni bis 19. September 2015

Sinnliche Werke der Künstlerfamilie Ullrich werden das laute Sommertreiben der Menschen draußen in unseren Räumen hier drinnen in der Galerie Klosterformat zur Ruhe bringen.

Alle drei KünstlerInnen verbindet neben ihrer tatsächlichen Verwandtschaft und dem täglichen Zusammensein in dem idyllischen Zuhause im Dorf Wils ihre wichtige Ausbildungszeit an der Burg Giebichenstein, der Hochschule für Kunst und Design in Halle / a. d. Saale.

Klaus Dieter Ullrich Jahrgang 1944 studierte dort ab 1964 anschließend noch an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und war dort Meisterschüler bis 1977.

Die Kunst der Malerei mit stillen Blicken vor- manchmal hinter die Fassaden, Momentaufnahmen von Details als Ideen gespeichert und umgesetzt in sensible unaufgeregte Bilder, das sind die Arbeiten des langjährig erfahrenen Malers Klaus- Dieter Ullrich. Oft lange Malprozesse lassen mit sensibel abgestimmten Farbtönen auf der Leinwand Schicht für Schicht reizvolle stille Bilder entstehen. Manchmal geht es auch unvorherbestimmt in einem Fluss, wie es sich jeder Maler gerne wünscht. Der Malprozess kann aber auch zwei Jahre oder länger dauern!

Wie seine Bilder ist Klaus-Dieter Ullrich ein ruhiger bescheidener Mensch mit trotzdem starker Willenskraft für sein künstlerisches Werk. Er schaut gerne von der zweiten Reihe aus, um in Ruhe Stimmungen zu erfassen. Das Dorf Wils und seine reizvolle Umgebung mit jetzt sanfter grüner Hügellandschaft sind seine Inspiration.

Die Arbeiten von Rosemarie Ullrich erstrecken sich von großen Metallinstallationen bis hin zu tragbaren symbolträchtigen Schmuckobjekten. Sie bilden den zweiten Part in dieser Ausstellung. Auch sie studierte von 1968 - 1975 an der Burg Giebichenstein in Halle, Fachbereich Schmuck, Metall und Emailgestaltung. Dort traf sie wohl auch ihren spätern Mann Klaus -Dieter Ullrich. 1975 -1977 schloss sich eine Aspirantur an und seit 1978 ist Rosemarie Ullrich künstlerisch freiberuflich tätig. Irmtraud Ohme, auch vielen bekannt, war in an der Burg ihre Mentorin. Bahn brechend in der Zeit der siebziger Jahre war ihre Teilnahme an dem ersten Metallsymposium in Staßfurt. Bearbeitungstechniken von Edelstahl waren für Rosemarie Ullrich ein neues spannendes Arbeitfeld. Weg von nur Goldschmiedin oder doch eher kleinteiligen Arbeiten, hinein in die Männerdomäne des Metalls, was in der Keramik schon länger Usus war. Über viele Jahre hat Rosmarie Ullrich große oft über einen langen Zeitraum baugebundene Arbeiten geschaffen. Einerseits gut und fordernd für sie andererseits sagt sie, dass sie dadurch weniger Zeit hatte für kleinere eigenen Themen.

Sie erkundet und nutzt die Symbolkraft alter Zeichen der Mythologie und Religion zu sehen zum Beispiel der "Geschichtenfächer Genoveva". Wunderbar ist dieses Relief als großes Wandbild gearbeitet.. Alle Techniken der Metall-/Goldschmiedekunst vom Ätzen, Treiben und Montieren beherrscht Rosemarie Ullrich. Andererseits gibt die Natur ihr die Themen vor wie Sie zum Beispiel erkennen können an den großen freihängenden Arbeiten der "Schmetterlingsflügel" oder der "Flugsamen". Es sind sozusagen Querschnitte, die Rosemarie zu abstrakten, ornamentalen Formen entwickelt hat. Bis hin zur Dreidimensionalität.

Pauline Ullrich zeigt uns mit ihren keramischen Skulpturen, dass nicht vordergründig das sofort Erkennbare bei der menschlichen Figur wichtig ist, sondern das erst durch genaueres Betrachten sich Formen, Inhalte und Stimmungen erschließen! Unterrichtet und angeleitet wurde sie an der Burg Giebichenstein von1998 - 2005 von Prof. Karl Fulle, Prof. Ulrich Klieber, Andre Schinkel und der Professorin Antje Scharfe in der Abteilung der freien plastischen Keramik und der Malerei. Einige ihrer Lehrer wiederum waren Schüler von Gertraud Möhwald. Eine der wichtigsten Keramikerin, wie viele von uns sicher wissen, die an der Burg Giebichenstein studierte und später lange dort lehrte. Gertraud Möhwald schaffte durch zerschneiden und verformen der Gefäße die Wandlung hin zum keramischen Objekt. Immer mehr Figur und speziell der Kopf und das Gesicht wurde ihr künstlerisches Thema. Das sinnliche Erfassen und Begreifen von figurativen Objekten war für sie von großer Bedeutung. Viele dieser praktischen und ideellen Erfahrungen gab sie weiter an ihre Studenten. Pauline Ullrich ist nun schon die zweite Keramikgeneration, die dieser Auffassung in ihrer künstlerischen keramischen Arbeit folgt und doch wieder neu umsetzt. Sie schreibt über sich ich zitiere.: "Bei der Darstellung von Menschen geht es mir in erster Linie um die Frage, was wohl dahinter sein mag (also im Grunde das nicht Darstellbare, das nicht vordergründig Ersichtliche). Stimmungen, die sich unaufdringlich erst beim Hinsehen nach und nach erschließen- je nach Blickwinkel, Lichteinfall, Auge und Erinnerung...." Zitat Ende Studienaufenthalte in verschiedenen Ländern während des Studiums gaben ihr Zeit für wichtige Einblicke in andere Kulturen und deren keramischen Techniken.

Ein Aufbaustudium "Mal-Gründe" ab 2007 bei dem Maler und Grafiker Prof. Ulrich Klieber, der bis zum Jahre 2000 auch Rektor der Hochschule in Halle war, gibt dem Bedürfnis von Pauline Ullrich die Gelegenheit, sich auch zusätzlich zur Plastik grafisch und malerisch auszudrücken.

Viele Ausstellungen und Beteiligungen haben Juroren von Pauline Ullrichs sehr tiefgründiger Beständigkeit in ihrer künstlerischen Arbeit überzeugt. So ist sie schon mit einigen Preisen geschmückt worden und sie konnte an wichtigen Ausstellungen teilnehmen.

Alle sie umgebenden und berührende Dinge möchte Pauline Ullrich auch in Zukunft versuchen, in ihre künstlerischen Arbeiten zu erfassen und umzusetzen.

Jochen und Christiane Lamberz / Dipl. Design/Keramik / Ausstellungsorganisation